Seminare
Datum
20.11.26 – 22.11.26
Ort
Bonn
Seminarnummer
WA 26-01
Seminargebühr
80,00

Vielfalt unter Druck

Queerpolitik zwischen Fortschritt & Kulturkampf

In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland wichtige Schritte zur rechtlichen Gleichstellung queerer Menschen vollzogen. Nach der Einführung der Ehe für alle im Jahr 2017 trat 2024 das Selbstbestimmungsgesetz in Kraft. Es ermöglicht trans, inter und nicht-binären Personen, ihren Vornamen und Geschlechtseintrag beim Standesamt eigenständig und ohne medizinische Nachweise zu ändern.

Die zunehmende Sichtbarkeit von LSBTQIA+-Themen stößt jedoch auf immer stärkeren politischen wie gesellschaftlichen Gegenwind: Beispielsweise wurden erste staatliche Gender-Verbote erlassen, die Beflaggung des Bundestags mit der Regenbogenfahne wurde aus Neutralitätsgründen untersagt und queerfeindliche Angriffe auf CSD-Paraden nehmen zu.

Diese Entwicklungen sind kein rein deutsches Phänomen, sondern Teil eines breiteren internationalen Trends, in dem Fragen von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zunehmend politisiert werden. In den USA und der Slowakei werden nur noch zwei Geschlechter anerkannt und das Oberste Gericht des Vereinigten Königreiches urteilte kürzlich, dass das britische Gleichstellungsgesetz nicht für trans Frauen gilt.

Das Seminar nimmt die Geschichte und Gegenwart der Queerpolitik in Deutschland und weltweit in den Blick. Ziel ist eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen queerpolitischen Debatten und den dahinterliegenden gesellschaftlichen Dynamiken.

Wir bitten um Anmeldung bis zum 15.10.2026.

Programm

 

1.Tag

Anreise bis 18:00 Uhr

LSBTQIA+, CSD, IDAHOBITA…

Einführung in Begriffe und Konzepte hinter dem Regenbogen

Queere Geschichte

Ein Kampf um Anerkennung

 

2. Tag

Rolle rückwärts unter der Schwarz-Roten Bundesregierung? 

Queerpolitische Debatten zwischen der Evaluation des Selbstbestimmungsgesetz und Abschaffung des queeren Aktionsplans

Queerpolitik in der Praxis

Einblick in aktuelle Projekte des Fachbereichs „LSBTI“ der Berliner Landesantidiskriminierungsstelle

Queere Rechte weltweit

Entwicklungen in verschiedenen Ländern unter der Lupe

 

3. Tag

„Ich bin schwul, nicht queer“

Kontroversen innerhalb und zwischen den Communitys

Queere Utopien

Persönliche Auseinandersetzung mit aktuellen Forderungen aus den queeren Communitys

 

Das Seminar endet um 15:00 Uhr.

 

Marvin Müller hat Politikwissenschaft in Berlin studiert und ist Trainer in der politischen Erwachsenenbildung. Er arbeitet für den Berliner Senat und war unter anderem für den Fachbereich „LSBTI“ der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung tätig. Marvin fand bereits vor vielen Jahren als Teilnehmender der FerienAkademien zum v.f.h.

Franca Schneider hat Internationale Beziehungen, Friedens- und Konfliktforschung und Gymnasiallehramt in Dresden und Frankfurt studiert und arbeitet seit Juni 2026 im Strategiemanagement der Föderalen IT-Kooperation (FITKO) in Frankfurt. Ehrenamtlich ist sie seit vielen Jahren in der politischen Bildungsarbeit aktiv und leitet Antidiskriminierungsworkshops an Schulen sowie einen queeren Treff in Frankfurt. Beim v.f.h. moderiert sie seit 2025 Seminare zu den Themen Gendergerechtigkeit und Queerpolitik.

Organisatorische Hinweise

Die  WochenendAkademie Politik  richtet sich an junge Erwachsene ab 18 Jahren. Die Teilnahme am gesamten Programm sowie die Übernachtung in der Tagungsstätte sind verbindlich. In der Seminargebühr sind Übernachtung im Mehrbettzimmer und Verpflegung enthalten. Die Reisekosten sind selbst zu tragen. Die Seminargebühr wird auf dem Seminar bezahlt.

Tagungsstätte
Haus Venusberg
Straße
Haager Weg 28-30
PLZ
53127
Stadt
Bonn
Land
DE
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