Angesichts geopolitischer Spannungen, zunehmender technologischer Abhängigkeiten und eines globalen Wettbewerbs um strategische Fähigkeiten gewinnt der Weltraum gegenwärtig massiv an Bedeutung. Neue staatliche Programme, der rasante Aufstieg privater Raumfahrtunternehmen sowie sicherheitspolitische und wirtschaftliche Interessen verändern derzeit die Dynamik im Orbit grundlegend.
Ausgehend von diesen aktuellen Entwicklungen erarbeiten wir gemeinsam, warum der Weltraum längst nicht mehr nur Forschungsraum, sondern kritische Infrastruktur und geopolitischer Handlungsraum ist. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die wachsende Satellitenabhängigkeit moderner Gesellschaften, militärische Nutzungen des Orbits, kommerzielle Megakonstellationen, Weltraumschrott, Ressourcenfragen sowie aktuelle Regulierungs- und Governance-Initiativen.
Ziel des Seminars ist es, ein gemeinsames Fundament zu schaffen, um Raumfahrt als interdisziplinäres Zukunftsfeld kritisch einordnen zu können. Wir setzen uns dabei mit juristischen, industriellen sowie (sicherheits)politischen Fragestellungen auseinander. Durch einen Mix aus Diskussionen, Gruppenarbeitsphasen und Exkursionen zu Raumfahrtakteuren entwickeln wir gemeinsam ein Verständnis für die politischen, technologischen und gesellschaftlichen Dimensionen der Raumfahrt und entwerfen mithilfe von Methoden der Strategic Foresight eigene Zukunftsszenarien.
Hinweis: Der Seminarinhalt ist bewusst breit angelegt und richtet sich insbesondere an Interessierte ohne vertiefte Vorkenntnisse im Bereich Raumfahrt. Aufgrund der thematischen Breite kann eine detaillierte Vertiefung einzelner Aspekte nur eingeschränkt erfolgen.
Anmeldeschluss ist der 06. August 2026.
