Seminare
Datum
05.11.21 – 08.11.21
Ort
Weimar
Seminarnummer
WA 21-04
Seminargebühr
60,00

Wider das Vergessen: Orte der Erinnerung

Studienseminar Weimar / Gedenkstätte Buchenwald

Eine Vielzahl von Orten und Gedenkstätten erinnert heute an den Terror und die Schrecken der NS-Diktatur. Einer dieser Orte der Erinnerung ist die Gedenkstätte Buchenwald auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers bei Weimar.

Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen und die Verantwortung, die sich aus der Vergangenheit für Gegenwart und Zukunft ableitet, ist Teil der deutschen Staatsraison und galt lange als vorbildlich. Gleichzeitig sind rechte Kräfte wieder auf dem Vormarsch, wir verzeichnen einen starken Anstieg antisemitisch und rassistisch motivierter Anschläge sowie öffentliche Forderungen nach einem „Schlussstrich“ und einer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“.

Wie gehen die Deutschen 75 Jahre nach Kriegsende mit ihrer Geschichte um? Wie erinnern wir an eine Zeit und Verbrechen, die bald keiner mehr erlebt hat? Diesen Fragen gehen wir an vielen Orten in Weimar auf den Grund: Wir besuchen die KZ-Gedenkstätte Buchenwald, die Nationalen Mahn- und Gedenkstätte der DDR und das Sowjetische Speziallager II und diskutieren mit Expert:innen, welche Bedeutung Orte der Erinnerung für die kollektive Erinnerungskultur haben. Was sagt ihre Gestaltung über den gesellschaftspolitischen Kontext aus, in dem sie entworfen wurden? Inwiefern können Gedenkstätten wie Buchenwald als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung und Verteidigung einer toleranten und offenen Gesellschaft dienen? Welche Rolle spielt die politisch-historische Bildung vor Ort und in der Schule? Nicht zuletzt die Frage, ob die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit tatsächlich so vorbildlich ist wie weithin angenommen, werden wir kritisch beleuchten. Wie kann bzw. soll die Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert aussehen?

Die Veranstaltung findet von Freitag, 18:00 Uhr bis Montag 14:00 Uhr statt.

Hinweis: Die Veranstaltung wird unter den geltenden Corona-Schutzvorschriften durchgeführt,  die Unterbringung erfolgt in Zwei-Bett-Zimmern. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt und wir werden Euch vor Seminarbeginn die dann zu beachtenden aktuellen Hinweise bezüglich der Schutzmaßnahmen mitteilen. Voraussetzung für die Teilnahme ist neben dem Impfnachweis ein tagesaktueller Antigentest.

Anmeldeschluss ist der 05.10.2021.

Programm

 

1. Tag

Anreise bis 18:00 Uhr

Erinnern im 21. Jahrhundert: Was ist eigentlich Erinnerungskultur?
Einstieg und Diskussionen

 

2. Tag

Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald
Geführter Rundgang über das Gelände der Gedenkstätte und Gespräch

Besuch des Gedenkortes für das Sowjetische Speziallagers Nr. 2
Geführter Rundgang und Gespräch

Besuch der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte der DDR

Impressionen und Gedanken
Gemeinsame Reflexion des Tages

 

3. Tag

Bibliotheken als Erinnerungsorte
Besuch der Anna-Amalia Bibliothek und Gespräch

Von Stolpersteinen und Denkmälern: Erinnerungskultur in Weimar
Stadtspaziergang

Schulen als Orte der Erinnerung im internationalen Vergleich:
Deutschland – Bosnien i Herzegovina – Ruanda

Reflexion, Auswertung und Diskussion

 

4. Tag

Bundesrepublik Deutschland – eine Musterschülerin der Aufarbeitung?
Input und Diskussion

Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert
Mein Engagement für eine gelungene Erinnerungskultur

Das Seminar endet um 14:00 Uhr.

Programmänderungen vorbehalten

Das Seminarteam

Linus Busch hat Journalistik und Antisemitismusforschung studiert. Seine Schwerpunkte sind die deutsche Erinnerungskultur nach 1945 und insbesondere die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der BRD. Linus arbeitet als Nachrichtenredakteur beim Westdeutschen Rundfunk.

Lenja Horn hat Europäische Studien und Politikwissenschaften studiert und arbeitet als Bildungsreferentin beim Verein zur Förderung politischen Handelns. Sie ist seit 2013 in der politischen Bildungsarbeit aktiv und beschäftigt sich seit einer Exkursion nach Krakau intensiver mit dem Thema Erinnerungskultur.

Laura Vollmann-Popovic hat Europawissenschaften und Friedens- und Konfliktforschung studiert, mit dem Schwerpunkt Vergangenheitsaufarbeitung / Transitional Justice in Post-Konfliktgesellschaften. In diesem Zusammenhang hat sie sich intensiv mit den Ländern Deutschland, Ruanda und Bosnien-Herzegowina (BiH) beschäftigt. Von 2014 – 2016 war sie als Friedensfachkraft in BiH tätig, bis heute organisiert sie politische Studienreisen in die Region des Westlichen Balkans.

 

Organisatorische Hinweise

Die  WochenendAkademie Politik  richtet sich an junge Erwachsene ab 18 Jahren. Die Teilnahme am gesamten Programm sowie die Übernachtung in der Tagungsstätte sind verbindlich.

In der Seminargebühr sind Übernachtung im Zwei-Bettzimmer und Verpflegung (Halbpension) enthalten. Am zweiten und dritten Tag sind wir unterwegs und evtl. zusätzlich benötigte Mahlzeiten sind nicht in der Seminargebühr enthalten. Die Reisekosten sowie die Kosten für den ÖPNV sind selbst zu tragen. Die Seminargebühr wird auf dem Seminar bezahlt.

Tagungsstätte
a&o Weimar
Straße
Buttelstedter Str. 27C
PLZ
99427
Stadt
Weimar
Land
Deutschland
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